Häusliche Pflege von A — Z

Nach­fol­gend fin­den Sie wich­ti­ge Be­griffs­er­klä­run­gen im Zu­sam­men­hang mit der häus­li­chen Pfle­ge im Überblick.

Jede Be­treu­ungs­kraft, die nach Deutsch­land ord­nungs­ge­mäß ent­sen­det wird, er­hält zwin­gend eine A1-Be­schei­ni­gung. Das For­mu­lar A1 dient als Nach­weis, dass die be­tref­fen­de Per­son in ih­rem Her­kunfts­land ord­nungs­ge­mäß so­zi­al­ver­si­chert ist. Hier­durch wird zu­gleich dem So­zi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger im Er­brin­gungs­land (Deutsch­land) die Be­frei­ung von der So­zi­al­ver­si­che­rungs­pflicht der je­wei­li­gen Be­treu­ungs­kraft be­schei­nigt. Bit­te be­ach­ten Sie, dass bei Nicht­vor­la­ge der A1-Be­schei­ni­gung, auch trotz be­stehen­der So­zi­al­ver­si­che­rung im Her­kunfts­land, zu­sätz­lich So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge, bzw. de­ren Nach­zah­lung im Er­brin­gungs­land, ein­ge­for­dert wer­den kön­nen. Aus die­sem wich­ti­gen Grund si­chern wir Ih­nen zu, dass jede von Sen­Vi­ta­ris ver­mit­tel­te Be­treu­ungs­kraft or­dent­lich ent­sen­det ist und über eine A1-Be­schei­ni­gung ver­fügt. Jede Be­treu­ungs­kraft, die kei­ne A1-Be­schei­ni­gung be­sitzt, kann nicht le­gal in Deutsch­land ar­bei­ten. Je nach Be­ar­bei­tungs­zeit der ost­eu­ro­päi­schen Be­hör­den kann es 6–8 Wo­chen dau­ern, bis die A1-Be­schei­ni­gung er­stellt wird.

Ver­än­dert sich die Ge­sund­heit des Pfle­ge­be­dürf­ti­gen oder die Um­stän­de sei­ner Be­treu­ung, muss die Pfle­ge­form an­ge­passt wer­den. Sie stel­len da­für ei­nen An­trag auf Hö­her­stu­fung des Pfle­ge­gra­des bei ih­rer Pflegekasse/Pflegeversicherung.

Um eine Be­treu­ungs­kraft über ei­nen ost­eu­ro­päi­schen Arbeitgeber/Auftraggeber in ei­nem deut­schen Pri­vat­haus­halt zu be­schäf­ti­gen, sind ver­schie­de­ne ge­setz­li­che Be­stim­mun­gen ein­zu­hal­ten. Im Rah­men der Frei­zü­gig­keit kann je­der EU-Bür­ger in ei­nem be­lie­bi­gen an­de­ren EU- Land ein Ar­beits­ver­hält­nis auf­neh­men oder be­grün­den. Eben­falls ist es mög­lich, dass ein Ar­beit­ge­ber sei­nen Ar­beit­neh­mer für ei­nen ge­wis­sen Zeit­raum für eine zu er­brin­gen­de Tä­tig­keit in ei­nen an­de­ren Mit­glied­staat ent­sen­det. Die ar­beits­recht­li­chen Be­din­gun­gen für eine sol­che Ent­sen­dung sind in der Richt­li­nie 96/71/EG fest­ge­legt.  Aus­zug aus der Richtlinie:

Die Richt­li­nie 96/71/EG über die Ent­sen­dung von Ar­beit­neh­mern im Rah­men der Er­brin­gung von Dienst­leis­tun­gen (kurz Ent­sen­de­richt­li­nie) ist eine Richt­li­nie des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 16. De­zem­ber 1996. Die zen­tra­le Be­stim­mung der Ent­sen­de­richt­li­nie ist die ar­beits­recht­li­che Gleich­stel­lung der in ei­nen Staat ent­sand­ten Ar­beits­kräf­te mit den dort nor­mal be­schäf­tig­ten Ar­beit­neh­mern hin­sicht­lich be­stimm­ter Aspek­te der Ar­beits­be­din­gun­gen, so­weit sie im Ziel­land Ge­gen­stand von Rechts- und Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten oder von all­ge­mein­ver­bind­lich er­klär­ten Ta­rif­ver­trä­gen sind. Art. 3 (1) der Richt­li­nie 96/71/EG lis­tet die Schutz­be­rei­che auf, in de­nen auch auf ent­sand­te Ar­beit­neh­mer das Recht des Be­stim­mungs­lan­des an­zu­wen­den ist. Die­se sind:

a) Höchst­ar­beits­zei­ten und Min­destru­he­zei­ten;
b) be­zahl­ter Min­dest­jah­res­ur­laub;
c) Min­dest­lohn­sät­ze ein­schließ­lich der Über­stun­den­sät­ze; dies gilt nicht für die zu­sätz­li­chen be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gungs­sys­te­me;
d) Be­din­gun­gen für die Über­las­sung von Ar­beits­kräf­ten, ins­be­son­de­re durch Leih­ar­beits­un­ter­neh­men;
e) Si­cher­heit, Ge­sund­heits­schutz und Hy­gie­ne am Ar­beits­platz;
f) Schutz­maß­nah­men im Zu­sam­men­hang mit den Ar­beits- und Be­schäf­ti­gungs­be­din­gun­gen von Schwan­ge­ren und Wöch­ne­rin­nen, Kin­dern und Ju­gend­li­chen;
g) Gleich­be­hand­lung von Män­nern und Frau­en so­wie an­de­re Nichtdiskriminierungsbestimmungen.

Ziel­set­zung der Richt­li­nie ist die Her­stel­lung ei­nes recht­li­chen Rah­mens für den Eu­ro­päi­schen Bin­nen­markt im Be­reich der Dienst­leis­tun­gen. Es soll ein „Lohn-Dum­ping“ und ein Dum­ping der Ar­beits­be­din­gun­gen ver­hin­dert wer­den, in­dem die Min­dest­stan­dards des Orts, an dem die Ar­beit er­bracht wird, ein­ge­hal­ten werden.

Die Be­zeich­nun­gen “24h-Be­treu­ung”, “24 Stun­den Be­treu­ung”, “24h Pfle­ge” oder “24 Stun­den-Pfle­ge” sind bran­chen­üb­li­che Be­zeich­nun­gen, die sich im all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch für die  an­ge­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen eta­bliert ha­ben und auch von den Me­di­en und der Po­li­tik ent­spre­chend ver­wen­det wer­den. Um ei­nem mög­li­chen Falsch­ver­ständ­nis ent­ge­gen­zu­tre­ten, wei­sen wir aus­drück­lich dar­auf hin, dass die von uns ver­mit­tel­ten Be­treu­ungs­kräf­te kei­ne 24 Stun­den rund um die Uhr ar­bei­ten. Zum ei­nen sind Pau­sen- und Ru­he­zei­ten auf­grund der ge­setz­li­chen Vor­ga­ben, wie ins­be­son­de­re dem Ar­beits­zeit­ge­setz, ein­zu­hal­ten. Ent­spre­chend ge­setz­li­cher Richt­li­ni­en ist eine ver­bind­li­che Ar­beits­zeit von 40 Wo­chen­stun­den mit der Be­treu­ungs­kraft vereinbart.

So­fern Be­reit­schafts­zei­ten über die ver­ein­bar­te max. zu­läs­si­ge Ar­beits­zeit (40 bis 48 Stunden/Woche) hin­aus­ge­hen, sind die­se min­des­tens mit dem deut­schen Min­dest­lohn zu­sätz­lich zu ver­gü­ten. Ru­he­zeit und Ar­beits­zeit (Be­reit­schafts­zeit) schlie­ßen sich ge­gen­sei­tig aus. Be­reit­schafts­zeit gilt als Ar­beits­zeit. Muss sich der Ar­beit­neh­mer an dem vom Ar­beit­ge­ber be­stimm­ten Ort auf­hal­ten und die­sem zur Ver­fü­gung ste­hen, um ggf. so­fort die ge­eig­ne­ten Leis­tun­gen er­brin­gen zu kön­nen, han­delt es sich um Be­reit­schafts­zeit und so­mit um Arbeitszeit.

Mit der Be­treu­ungs­ver­fü­gung be­stim­men Sie vor­sorg­lich ei­nen recht­li­chen Be­treu­er. Zu­dem kön­nen Sie fest­le­gen, was bei der Pfle­ge zu be­ach­ten ist. In­hal­te der Be­treu­ungs­ver­fü­gung sind:

  • Fest­le­gung des ge­richt­lich er­nann­ten Betreuers
  • Fest­le­gung der Er­satz­per­son, falls das Ge­richt die zu­erst be­nann­te Per­son nicht als ge­eig­net ein­stuft hat
  • Fest­le­gung der Per­so­nen, die un­ter kei­nen Um­stän­den als Be­treu­er in Fra­ge kommen
  • Fest­le­gung der Wün­sche und Ge­wohn­hei­ten, die bei der Be­treu­ung zu be­ach­ten sind (Pfle­ge­si­tua­ti­on, zum Bei­spiel zu Hau­se oder im Heim oder Ähnliches)
  • Be­nen­nung der Per­so­nen, die un­ter kei­nen Um­stän­den als Be­treu­er in Fra­ge kom­men sollen

Die Eil­be­gut­ach­tung ist ein Schnell­ver­fah­ren, das in drin­gen­den Fäl­len dar­über ent­schei­det, ob eine Pfle­ge­be­dürf­tig­keit be­steht und wel­cher Pfle­ge­grad vor­liegt. In der Re­gel be­an­tragt sie der So­zi­al­dienst des Krankenhauses.

Der Ent­las­tungs­be­trag ist ein mo­nat­li­cher Geld­be­trag, den Pfle­ge­be­dürf­ti­ge ein­set­zen kön­nen, um sich oder pfle­gen­de An­ge­hö­ri­ge bei der häus­li­chen Pfle­ge im All­tag zu ent­las­ten. Sie kön­nen den Ent­las­tungs­be­trag nut­zen für:

  • Be­treu­ungs­an­ge­bo­te für pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen, bei­spiels­wei­se den Be­such von De­menz­ca­fés, eine Ein­zel­be­treu­ung zu Hau­se oder Be­treu­ungs­nach­mit­ta­ge in Selbsthilfegruppen
  • An­ge­bo­te zur Ent­las­tung von Pfle­gen­den wie Pfle­ge­be­glei­ter als fes­te An­sprech­part­ner oder fa­mi­li­en­ent­las­ten­de Dienste
  •  
  • An­ge­bo­te zur Ent­las­tung im All­tag, zum Bei­spiel bei der Haus­halts­füh­rung (Ein­kau­fen, Rei­ni­gungs­ar­bei­ten, Wä­sche­pfle­ge etc.) oder bei der Or­ga­ni­sa­ti­on und Be­wäl­ti­gung des All­tags (Fahr- oder Be­gleit­diens­te, Bo­ten­gän­ge etc.)

Sie kön­nen den Ent­las­tungs­be­trag nut­zen, wenn

  • ein Pfle­ge­grad 1 bis 5 vorliegt
  • die Be­treu­ung und Pfle­ge zu Hau­se stattfinden
  • der ge­wähl­te An­bie­ter ist für die Er­brin­gung der Ent­las­tungs­leis­tung zu­ge­las­sen ist.

Auf Ba­sis ei­ner ärzt­li­chen Ver­ord­nung kön­nen Men­schen, die nicht dau­er­haft pfle­ge­be­dürf­tig sind, ihre me­di­zi­ni­sche Be­hand­lung nicht dau­er­haft si­cher­stel­len kön­nen oder sich nach ei­nem Kran­ken­haus­auf­ent­halt nicht sel­ber ver­sor­gen kön­nen, kön­nen fol­gen­de Leis­tun­gen in An­spruch nehmen:

  • Be­hand­lungs­pfle­ge: Die Pfle­ge­kraft wech­selt bei­spiels­wei­se Ver­bän­de, ver­sorgt Wun­den und be­rei­tet Ihre Me­di­ka­men­te zur Ein­nah­me vor.
  • Grund­pfle­ge: Sie wer­den ge­wa­schen und bei der Kör­per­pfle­ge unterstützt.
  • Haus­wirt­schaft­li­che Ver­sor­gung: Sie er­hal­ten Hil­fe im Haus­halt, wie zum Bei­spiel beim Ein­kau­fen, Ko­chen und Spülen.

Die Kom­bi­na­ti­ons­leis­tung ver­bin­det das Pfle­ge­geld, sprich die fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge, mit der Pfle­ge­sach­leis­tung, der Ver­gü­tung des Pfle­ge­diens­tes. Die Kom­bi­na­ti­ons­leis­tung ist ab dem Pfle­ge­grad 2 mög­lich. Rech­net bei­spiels­wei­se der Pfle­ge­dienst 40% der Pfle­ge­sach­leis­tung ab, wird das Pfle­ge­geld um 40% ge­kürzt und kommt als Kom­bi­na­ti­ons­leis­tung zur Auszahlung.

Die Kurz­zeit­pfle­ge ist eine Er­satz­pfle­ge, bei der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge für eine be­grenz­te Zeit nicht zu Hau­se, son­dern voll­sta­tio­när, etwa im Kran­ken­haus oder Pfle­ge­heim, be­treut werden.

Nach dem Min­dest­lohn­ge­setz (Mi­LoG) gilt in Deutsch­land ein flä­chen­de­cken­der all­ge­mei­ner ge­setz­li­cher Min­dest­lohn für Ar­beit­neh­mer über 18 Jah­re. An­pas­sun­gen des ge­setz­li­chen Min­dest­lohns nimmt die Min­dest­lohn­kom­mis­si­on vor. Sie über­prüft alle 2 Jah­re die Min­dest­lohn­hö­he und un­ter­brei­tet der Bun­des­re­gie­rung ei­nen Vor­schlag. Auch ost­eu­ro­päi­sche Be­treue­rin­nen fal­len un­ter das Deut­sche Mindestlohngesetz.

Hat ein ein­wil­li­gungs­fä­hi­ger Voll­jäh­ri­ger für den Fall sei­ner Ein­wil­li­gungs­un­fä­hig­keit schrift­lich fest­ge­legt, ob er in be­stimm­te, zum Zeit­punkt der Fest­le­gung noch nicht un­mit­tel­bar be­vor­ste­hen­de Un­ter­su­chun­gen sei­nes Ge­sund­heits­zu­stan­des, Heil­be­hand­lun­gen oder ärzt­li­che Ein­grif­fe ein­wil­ligt oder sie un­ter­sagt, prüft der Be­treu­er oder Be­voll­mäch­tig­te, ob die­se Fest­le­gun­gen auf die ak­tu­el­le Le­bens- und Be­hand­lungs­si­tua­ti­on zutreffen.

Für die Be­gut­ach­tung kommt je­mand vom MDK nach vor­he­ri­ger Ter­min­ver­ein­ba­rung zum Pfle­ge­be­dürf­ti­gen nach Hau­se. Bei die­sem Haus­be­such stellt er mit Hil­fe ei­nes vor­ge­ge­be­nen Fra­gen­ka­ta­logs fest, wie selbst­stän­dig der Be­trof­fe­ne den All­tag ge­stal­ten kann und wo­bei er Hil­fe benötigt.

Sechs Le­bens­be­rei­che (“Mo­du­le”) wer­den bei der Be­gut­ach­tung geprüft


Mo­dul 1: Mo­bi­li­tät
Mo­dul 2: Ko­gni­ti­ve und kom­mu­ni­ka­ti­ve Fä­hig­kei­ten
Mo­dul 3: Ver­hal­tens­wei­sen und psy­chi­sche Pro­blem­la­gen
Mo­dul 4: Selbst­ver­sor­gung
Mo­dul 5: Be­wäl­ti­gung und Um­gang mit der Krank­heit und The­ra­pie
Mo­dul 6: Ge­stal­tung des All­tags­le­bens und so­zia­le Kontakte


In je­dem der sechs Mo­du­le ver­ge­ben die Gut­ach­ter des MD Punk­te nach ei­nem Sys­tem, das von Pfle­ge­wis­sen­schaft­lern er­ar­bei­tet und ge­setz­lich fest­ge­legt wur­de. Die Punk­te flie­ßen, un­ter­schied­lich ge­wich­tet, in die Ge­samt­wer­tung ein. Vom Ge­samt­punkt­wert lei­tet sich der Pfle­ge­grad ab. Da­bei gilt: Je stär­ker die Selbst­stän­dig­keit be­ein­träch­tigt ist, des­to hö­her der Pflegegrad.

Das Pfle­ge­geld ist eine Leis­tung für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge, mit der die häus­li­che Pfle­ge durch ei­nen An­ge­hö­ri­gen fi­nan­ziert wer­den kann. Die Höhe des Be­trags rich­tet sich nach dem Pflegegrad:

Pfle­ge­grad          Höhe Pfle­ge­geld
Pfle­ge­grad 1      0 Euro
Pfle­ge­grad 2      316 Euro
Pfle­ge­grad 3      545 Euro
Pfle­ge­grad 4      728 Euro
Pfle­ge­grad 5      901 Euro

Der Pfle­ge­grad gibt an, wie weit die Selb­stän­dig­keit ei­ner Per­son im All­tag ein­ge­schränkt ist. Er ist ent­schei­dend für die Pfle­ge­leis­tun­gen, die Sie bei Ih­rer Pflegekasse/Pflegeversicherung be­an­tra­gen können.



Pfle­ge­grad 1 — 12,5 – 26,5 Punkte

Grad der Be­ein­träch­ti­gung: Es liegt eine ge­rin­ge Be­ein­träch­ti­gung der Selbst­stän­dig­keit bzw. der Fä­hig­kei­ten vor.


Pfle­ge­grad 2 — 27 – 47 Punk­te
Grad der Be­ein­träch­ti­gung: Es liegt eine er­heb­li­che Be­ein­träch­ti­gung der Selbst­stän­dig­keit bzw.  der Fä­hig­kei­ten vor.



Pfle­ge­grad 3 — 47,5 – 69,5 Punk­te
Grad der Be­ein­träch­ti­gung: Es liegt eine schwe­re Be­ein­träch­ti­gung der Selbst­stän­dig­keit bzw. der Fä­hig­kei­ten vor.



Pfle­ge­grad 4 — 70 – 89,5  Punk­te
Grad der Be­ein­träch­ti­gung: Es lie­gen schwers­te Be­ein­träch­ti­gun­gen der Selbst­stän­dig­keit bzw. der Fä­hig­kei­ten vor.

Pfle­ge­grad 5 — 90  Punk­te
Grad der Be­ein­träch­ti­gung: Es lie­gen schwers­te Be­ein­träch­ti­gun­gen der Selbst­stän­dig­keit oder der Fä­hig­kei­ten mit be­son­de­ren An­for­de­run­gen an die pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung vor.



Pfle­ge­hilfs­mit­tel für den ein­ma­li­gen Ge­brauch un­ter­stüt­zen pri­va­te Pfle­ge­per­so­nen bei der häus­li­chen Pfle­ge. Die Ar­ti­kel sind über zu­ge­las­se­ne Ver­trags­part­ner wie Apo­the­ken und Sa­ni­täts­häu­ser er­hält­lich. Die­se rech­nen die ge­neh­mig­ten Kos­ten di­rekt mit den Pfle­ge­kas­sen ab. Al­ter­na­tiv kön­nen Sie die Pro­duk­te auch selbst kau­fen. Im An­schluss rei­chen Sie die Be­le­ge bei Ih­rer Kas­se ein und sie er­stat­ten Ih­nen die Kos­ten von € 40,– monatlich.

Die Pfle­ge­sach­leis­tung ist eine Leis­tung der häus­li­chen Pfle­ge, die durch ei­nen am­bu­lan­ten Pfle­ge­dienst er­bracht wird. Die Höhe der Leis­tung rich­tet sich nach dem Pfle­ge­grad. Kör­per­be­zo­ge­ne Pfle­ge­leis­tun­gen sind zum Beispiel:

  • Wa­schen, Zäh­ne put­zen, Hil­fe beim Toilettengang
  • Es­sen zu­be­rei­ten, Hil­fe bei der Nahrungsaufnahme
  • An- und Aus­klei­den, Hil­fe beim Auf­ste­hen und Zubettgehen
  • Hil­fe beim Ge­hen, Ste­hen und Treppensteigen

Die Hil­fe im Haus­halt um­fasst zum Beispiel

  • Bett­wä­sche und Klei­dung wa­schen und bügeln
  • Ge­schirr spülen
  • die Woh­nung put­zen, auf­räu­men und beheizen
  • Ge­gen­stän­de des täg­li­chen Be­darfs einkaufen

Die pfle­ge­ri­sche Be­treu­ung bei der All­tags­ge­stal­tung un­ter­stützt den Pfle­ge­be­dürf­ti­gen etwa

  • bei der zeit­li­chen und räum­li­chen Orientierung
  • bei kör­per­li­chen und geis­ti­gen Ak­ti­vi­tä­ten im häus­li­chen Umfeld
  • beim Auf­recht­erhal­ten so­zia­ler Kontakte
  • bei Übun­gen zur Ver­bes­se­rung des Denk­ver­mö­gens und der Wahrnehmung

Die Höhe der Pfle­ge­sach­leis­tung rich­tet sich nach dem Pfle­ge­grad und wird di­rekt von der Pfle­ge­kas­se an den Pfle­ge­dienst gezahlt.

Höhe der max. Pfle­ge­sach­leis­tung ab 1. Ja­nu­ar 2022 (mtl.)

Pfle­ge­grad 1   —  € 0
Pfle­ge­grad 2   —  € 724
Pfle­ge­grad 3   —  € 1.363
Pfle­ge­grad 4  —   € 1.693
Pfle­ge­grad 5  —   € 2.095

Das Pfle­ge­stär­kungs­ge­setz II ist mit Wir­kung vom 01.01.2017 in Kraft ge­tre­ten. Auf Grund­la­ge des Ge­set­zes ha­ben wir die we­sent­li­chen Aspek­te, die die staat­li­chen Leis­tun­gen ent­hal­ten, zu­sam­men­ge­faßt. Die staat­li­chen Leis­tun­gen re­du­zie­ren Ih­ren Eigenanteil.

Leis­tungs­sät­ze seit
01.01.2017
Pfle­ge­grad
1
Pfle­ge­grad
2
Pfle­ge­grad
3
Pfle­ge­grad
4
Pfle­ge­grad
5
Pfle­ge­geld / Monat€ 0€ 316€ 545€ 728€ 901
Pfle­ge­sach­leis­tun­gen / Monat€ 0€ 724€ 1.363€ 1.693€ 2.095
Ta­ges- und Nacht­pfle­ge / Monat€ 0€ 689€ 1.298€ 1.612€ 1.995
Voll­sta­tio­nä­re Pfle­ge / Monat€ 125€ 770€ 1.262€ 1.775€ 2.005
Zu­sätz­li­che Be­treu­ungs- und Ent­las­tungs­leis­tun­gen / Monat€ 125*€ 125*€ 125*€ 125*€ 125*
Kurz­zeit­pfle­ge€ 0€ 1.612 pro Jahr plus 100 Pro­zent des nicht ge­nutz­ten Bud­gets der Ver­hin­de­rungs­pfle­ge, d.h. ins­ge­samt bis zu € 3.224 pro Jahr
Ver­hin­de­rungs­pfle­ge€ 0€ 1.612 pro Jahr plus 50 Pro­zent des nicht ge­nutz­ten Bud­gets der Kurz­zeit­pfle­ge, d.h. ins­ge­samt bis zu € 2.418 pro Jahr
Wohn­rauman­pas­sungbis zu € 4.000 Euro ein­ma­lig für alle Maß­nah­men der Barrierereduzierung
Pfle­ge­hilfs­mit­tel / Monatbis zu € 40
Wohn­grup­pen­för­de­rung€ 2.500 bis € 10.000 Grün­dungs­zu­schuss (für max. 4 Per­so­nen pro WG) so­wie mo­nat­lich € 250 Organisationszuschuss
Pfle­ge­un­ter­stüt­zungs­geldca. 67 Pro­zent des Brut­to­ein­kom­mens (für 10 Tage Frei­stel­lung zur Pfle­ge ei­nes na­hen Angehörigen)
Zu­schüs­se zum Hausnotrufein­ma­lig € 10,49 für An­schluss­kos­ten und mo­nat­lich € 18,36 für Betrieb

* als Geld­be­trag, der für die Er­stat­tung von Be­treu­ungs- und Ent­las­tungs­leis­tun­gen ge­nutzt wer­den kann

Pfle­ge­stütz­punk­te sind wohn­ort­na­he An­lauf­stel­len für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge, Pfle­gen­de und Hil­fe­su­chen­de. Ge­schul­te Fach­kräf­te be­ra­ten, bün­deln An­ge­bo­te vor Ort und ko­or­di­nie­ren Pfle­ge­leis­tun­gen. Sie sind zu­meist in den kom­mu­na­len Ver­wal­tun­gen ansässig.

Pfle­ge­un­ter­stüt­zungs­geld ist eine Lohn­er­satz­leis­tung, die Sie be­an­tra­gen kön­nen, wenn Sie sich kurz­zei­tig von der Ar­beit frei­stel­len las­sen, um die Pfle­ge ei­nes na­hen An­ge­hö­ri­gen zu or­ga­ni­sie­ren. Wer kurz­fris­tig die Pfle­ge ei­nes na­hen An­ge­hö­ri­gen or­ga­ni­sie­ren muss, kann sich bis zu zehn Tage un­be­zahlt von der Ar­beit frei­stel­len las­sen. Sie ha­ben fol­gen­de Möglichkeiten:

  • Frei­stel­lung bis zu zehn Tage, um die Pfle­ge in ei­ner Akut­si­tua­ti­on zu organisieren,
  • Frei­stel­lung bis zu drei Mo­na­te, um ei­nen na­hen An­ge­hö­ri­gen in der letz­ten Le­bens­pha­se zu begleiten,
  • Frei­stel­lung bis zu sechs Mo­na­te, um ei­nen na­hen An­ge­hö­ri­gen zu Hau­se zu pfle­gen oder
  • Frei­stel­lung bis zu 24 Mo­na­te, um ei­nen na­hen An­ge­hö­ri­gen bei re­du­zier­ter Ar­beits­zeit zu Hau­se zu pflegen.

An­ge­hö­ri­ge, die ei­nen Pfle­ge­be­dürf­ti­gen mit Pfle­ge­grad 2 bis 5 in häus­li­cher Um­ge­bung pfle­gen, sind un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen in der Renten‑, Ar­beits­lo­sen- und Un­fall­ver­si­che­rung so­zi­al ab­ge­si­chert. Als Pfle­ge­per­son sind Sie so­zi­al ab­ge­si­chert, wenn…

  • Sie ei­nen oder meh­re­re Pfle­ge­be­dürf­ti­ge ab dem Pfle­ge­grad 2 eh­ren­amt­lich, also nicht er­werbs­mä­ßig, pflegen.
  • der Pfle­ge­um­fang we­nigs­tens zehn Stun­den pro Wo­che ver­teilt auf min­des­tens zwei Tage beträgt.
  • Sie den Pfle­ge­be­dürf­ti­gen in der häus­li­chen Um­ge­bung versorgen.

Pau­sen- und Ru­he­zei­ten sind auf­grund von ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten ein­zu­hal­ten. Sie er­ge­ben sich z.B. aus dem Ar­beits­zeit­ge­setz. Da­nach ist eine ver­bind­li­che Ar­beits­zeit von 40 Wo­chen­stun­den mit der Be­treu­ungs­kraft ver­ein­bart. Nach den Grund­la­gen der Zu­mut­bar­keit ist je­der Be­treu­ungs­kraft nach der Er­fül­lung ih­rer ma­xi­mal zu­läs­si­gen Ar­beits­zeit zwin­gend der vor­ge­schrie­be­ne Frei­zeit­aus­gleich zu ge­wäh­ren. Wäh­rend der Frei­zeit kann die Be­treu­ungs­kraft un­ein­ge­schränkt und völ­lig frei ih­ren Auf­ent­halts­ort wäh­len und sich so­mit au­ßer­halb ih­res Ar­beits­plat­zes auf­hal­ten. Eine Über­brü­ckung die­ser Zeit ob­liegt der Ver­ant­wor­tung der Fa­mi­lie. Im Rah­men der Pfle­ge­ver­si­che­rung ste­hen bei ei­nem vor­lie­gen­den Pfle­ge­grad zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung, z. B. Ta­ges- oder Nacht­pfle­ge, stun­den­wei­se Betreuung.

In wel­chem Land eine im Aus­land tä­ti­ge Kraft so­zi­al­ver­si­chert ist, ist in der Ver­ord­nung (EG) Nr. 883/2004 zur Ko­or­di­nie­rung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit ge­re­gelt. Sie ko­or­di­niert die So­zi­al­ver­si­che­rungs­sys­te­me der be­trof­fe­nen Mit­glied­staa­ten, wenn Per­so­nen im Rah­men der Dienst­leis­tungs­frei­heit ihr Hei­mat­land ver­las­sen, um in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat tä­tig zu wer­den. Grund­sätz­lich sieht das eu­ro­päi­sche Recht vor, dass die Per­so­nen am Ort ih­rer Tä­tig­keit so­zi­al­ver­si­chert blei­ben, hat aber – ge­ra­de für kur­ze Tä­tig­kei­ten im Aus­land oder bei Tä­tig­keit in meh­re­ren Mit­glied­staa­ten wich­ti­ge Aus­nah­men geschaffen:

a) Re­ge­lung der So­zi­al­ver­si­che­rung bei Ent­sen­dung nach Ar­ti­kel 12 VO 883/04

Nach Art. 12 Abs. 1 VO 883/04 un­ter­lie­gen ins Aus­land ent­sand­te Mit­ar­bei­ter ei­nes Un­ter­neh­mens wei­ter­hin dem So­zi­al­ver­si­che­rungs­recht des Her­kunfts­staa­tes, wenn das Un­ter­neh­men im Her­kunfts­land ge­wöhn­lich tä­tig ist, der ent­sand­te Mit­ar­bei­ter im Aus­land für Rech­nung des Ar­beit­ge­bers Ar­beit aus­führt und die vor­aus­sicht­li­che Dau­er die­ser Ar­beit 24 Mo­na­te nicht über­schrei­tet.  Als ge­wöhn­lich tä­tig wir ein in­län­di­scher Um­satz­an­teil von ca. 25% vor­aus­ge­setzt. Als Nach­weis zur So­zi­al­ver­si­che­rung im Her­kunfts­land dient die A1-Be­schei­ni­gung. Die Son­der­re­ge­lung des Art. 12 Abs. 1 VO 883/04 ist nicht an­wend­bar, wenn der ent­sand­te Mit­ar­bei­ter eine an­de­re Per­son ab­löst. Dann bleibt es bei der Gel­tung des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts des Staa­tes, in dem die Ar­beit ver­rich­tet wird. Aus die­sem Grund ist die­ser Ar­ti­kel bei der Be­treu­ung in häus­li­cher Ge­mein­schaft we­ni­ger ge­eig­net oder wird oft­mals nur für die ers­te Ent­sen­dung ei­ner Be­treu­ungs­kraft genutzt.

b) Re­ge­lung der So­zi­al­ver­si­che­rung bei be­stehen­den Mehr­fach­be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen in zwei oder mehr EU-Staa­ten gleich­zei­tig nach Ar­ti­kel 13 VO 883/04

Ar­ti­kel 13 setzt die Aus­übung von Tä­tig­kei­ten in zwei oder mehr Mit­glied­staa­ten voraus.

Eine Per­son, die ge­wöhn­lich in zwei oder mehr Mit­glied­staa­ten eine Be­schäf­ti­gung aus­übt, unterliegt:

  1. den Rechts­vor­schrif­ten des Wohn­mit­glied­staats, wenn sie dort ei­nen we­sent­li­chen Teil ih­rer Tä­tig­keit aus­übt, oder
  2. wenn sie im Wohn­mit­glied­staat kei­nen we­sent­li­chen Teil ih­rer Tä­tig­keit ausübt,
    • den Rechts­vor­schrif­ten des Mit­glied­staats, in dem das Un­ter­neh­men oder der Ar­beit­ge­ber sei­nen Sitz oder Wohn­sitz hat, so­fern sie bei ei­nem Un­ter­neh­men bzw. ei­nem Ar­beit­ge­ber be­schäf­tigt ist, oder
    • den Rechts­vor­schrif­ten des Mit­glied­staats, in dem die Un­ter­neh­men oder Ar­beit­ge­ber ih­ren Sitz oder Wohn­sitz ha­ben, wenn sie bei zwei oder mehr Un­ter­neh­men oder Ar­beit­ge­bern be­schäf­tigt ist, die ih­ren Sitz oder Wohn­sitz in nur ei­nem Mit­glied­staat ha­ben, oder den Rechts­vor­schrif­ten des Mit­glied­staats, in dem das Un­ter­neh­men oder der Ar­beit­ge­ber au­ßer­halb des Wohn­mit­glied­staats sei­nen Sitz oder Wohn­sitz hat, so­fern sie bei zwei oder mehr Un­ter­neh­men oder Ar­beit­ge­bern be­schäf­tigt ist, die ihre Sit­ze oder Wohn­sit­ze in zwei Mit­glied­staa­ten ha­ben, von de­nen ei­ner der Wohn­mit­glied­staat ist, oder
    • den Rechts­vor­schrif­ten des Wohn­mit­glied­staats, so­fern sie bei zwei oder mehr Un­ter­neh­men oder Ar­beit­ge­bern be­schäf­tigt ist, von de­nen min­des­tens zwei ih­ren Sitz oder Wohn­sitz in ver­schie­de­nen Mit­glied­staa­ten­au­ßer­halb des Wohn­mit­glied­staats haben.

 

Im Rah­men des Ar­ti­kel 13 soll ge­re­gelt wer­den, wel­ches So­zi­al­ver­si­che­rungs­sys­tem an­zu­wen­den ist, so­fern der Ar­beit­neh­mer (Be­treu­ungs­kraft) in meh­re­ren Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on eine Be­schäf­ti­gung aus­übt. Eine mehr­fa­che So­zi­al­ver­si­che­rung und so­mit Dop­pel­zah­lung soll ver­hin­dert wer­den. Ar­ti­kel 13 legt fest, un­ter wel­chen Um­stän­den wel­ches So­zi­al­ver­si­che­rungs­sys­tem an­zu­wen­den ist. Die meis­ten Ent­sen­de­fir­men, ins­be­son­de­re in Po­len, wen­den Ar­ti­kel 13 an. Da­für ver­fü­gen fast alle Be­treu­ungs­kräf­te über 2 Ar­beits-/Auf­trags­ver­trä­ge. Ein Ar­beits­ver­trag be­inhal­tet eine Tä­tig­keit, die im Her­kunfts­land aus­ge­führt wer­den muss, und der 2. Ar­beits­ver­trag re­gelt die Be­treu­ungs­dienst­leis­tung im Se­nio­ren­haus­halt in Deutsch­land. Da­her führt der ost­eu­ro­päi­schen Ar­beit­ge­ber – bzw. Auf­trag­ge­ber – auch wei­ter­hin So­zi­al­ab­ga­ben im Her­kunfts­land ab. Die ab­zu­füh­ren­den So­zi­al­ab­ga­ben in Ost­eu­ro­pa fal­len deut­lich ge­rin­ger aus als die So­zi­al­ab­ga­ben, die in Deutsch­land zu leis­ten sind. Das be­güns­tigt, dass der Ein­satz ei­ner ost­eu­ro­päi­schen Be­treu­ungs­kraft für den deut­schen Kun­den fi­nan­zier­bar bleibt.

Seit dem 30.07.2020 trat eine An­pas­sung der Richt­li­nie in Kraft, auf­grund die­ser die ma­xi­ma­le Dau­er der Ent­sen­dung auf 12 Mo­na­te bis max. 18 Mo­na­te ver­kürzt wird. Das gilt nur für Ar­ti­kel 12 der VO EG 883/200 aber nicht für Ar­ti­kel 13. Hier ent­fällt die zeit­li­che Beschränkung.

Die Be­treu­ungs­leis­tun­gen ge­hö­ren zu den haus­halts­na­hen Dienst­leis­tun­gen, die steu­er­lich gel­tend ge­macht wer­den kön­nen. Es sind 20% der Kos­ten bis ma­xi­mal € 4.000,– p.a. steu­er­lich ab­setz­bar. Fol­gen­de Fäl­le sind da­bei zu unterscheiden:

  1. Fall:

Wenn die zu be­treu­en­de Per­son Auf­trag­ge­ber und Emp­fän­ger der Pfle­ge­leis­tung ist, wird die Ab­setz­bar­keit über §35a Abs. 2 Ein­kom­mens­steu­er­ge­setz ge­re­gelt. Es be­steht so­mit die Mög­lich­keit, die Be­treu­ungs­dienst­leis­tung un­se­res ver­mit­tel­ten Per­so­nals gel­tend zu machen.

  1. Fall:

Wenn An­ge­hö­ri­ge als Auf­trag­ge­ber für Ihre El­tern fun­gie­ren, rich­tet sich die Ab­setz­bar­keit nach dem El­tern – Kind Un­ter­halt. In die­sem Fall wird die steu­er­li­che Ab­setz­bar­keit durch § 33 Ein­kom­mens­steu­er­ge­setz ge­re­gelt. Hier­bei muss al­ler­dings be­wie­sen wer­den, dass die Leis­tungs­emp­fän­ger be­dürf­tig sind, das be­deu­tet, der Le­bens­un­ter­halt zum Le­ben zu ge­ring ist und durch die Kin­der auf­ge­bracht wer­den muss.

Die Ver­hin­de­rungs­pfle­ge ist eine Er­satz­pfle­ge, die den Aus­fall der pri­va­ten Pfle­ge­per­son auf­grund von Krank­heit, Ur­laub oder an­de­ren Ter­mi­nen über­brückt. Sie wird in der Re­gel von ei­nem am­bu­lan­ten, also häus­li­chen Pfle­ge­dienst übernommen.


Wel­che Vor­aus­set­zun­gen gel­ten für die Verhinderungspflege:

  • Es liegt ein Pfle­ge­grad 2 bis 5 vor.
  • Die Be­treu­ung und Pfle­ge fin­den zu Hau­se statt.
  • Die/ Der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge wur­de zu­vor min­des­tens sechs Mo­na­te in der häus­li­chen Um­ge­bung versorgt.

Dau­er und Höhe der Verhinderungspflege:

  • Sie er­hal­ten bis zu 42 Ka­len­der­ta­ge (sechs Wo­chen) Ver­hin­de­rungs­pfle­ge im Kalenderjahr.
  • Tage, an de­nen eine stun­den­wei­se Ver­hin­de­rungs­pfle­ge in An­spruch ge­nom­men wird, die Pfle­ge­per­son also we­ni­ger als acht Stun­den ver­hin­dert ist, wer­den nicht mit auf den Ge­samt­an­spruch von 42 Ta­gen angerechnet.
  • Die Höhe der Leis­tung be­trägt bis zu 1.612 Euro im Ka­len­der­jahr. Über­neh­men Ver­wand­te, Ver­schwä­ger­te bis zum zwei­ten Grad oder im Haus­halt le­ben­de Per­so­nen die Er­satz­pfle­ge, gel­ten be­son­de­re Regelungen.
  • Nut­zen Sie im lau­fen­den Jahr kei­ne Kurz­zeit­pfle­ge, kön­nen Sie die Ver­hin­de­rungs­pfle­ge um den Kurz­zeit­pfle­ge­an­teil von € 812 aufstocken.

Mit ei­ner Vor­sor­ge­voll­macht be­voll­mäch­tigt nach deut­schem Recht eine Per­son eine an­de­re Per­son, im Fal­le ei­ner Not­si­tua­ti­on alle oder be­stimm­te Auf­ga­ben für den Voll­macht­ge­ber zu er­le­di­gen. Mit der Vor­sor­ge­voll­macht wird der Be­voll­mäch­tig­te zum Ver­tre­ter im Wil­len, d. h., er ent­schei­det an Stel­le des Voll­macht­ge­bers. Ab 1. Ja­nu­ar 2023 tritt eine Ge­set­zes­no­vel­le in Kraft, die Ehe­gat­ten das so­ge­nann­te Not­ver­tre­tungs­recht er­mög­licht. Auch wenn kei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung oder Vor­sor­ge­voll­macht vor­liegt, kön­nen Ver­hei­ra­te­te dann Ent­schei­dun­gen über die Be­hand­lung des er­krank­ten Ehe­part­ners tref­fen, so­fern er be­wusst­los oder krank­heits­be­dingt nicht in der Lage ist, die­se Ent­schei­dun­gen selbst zu tref­fen. Das Recht zur Ge­sund­heits­für­sor­ge ist auf ei­nen Zeit­raum von drei Mo­na­ten be­grenzt und räumt nur ein­ge­schränkt ver­mö­gens­re­le­van­te Ent­schei­dun­gen ein. Nach Frist­ab­lauf wird ein ge­richt­lich be­stell­ter Be­treu­er eingesetzt.

Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Wohn­si­tua­ti­on sind Um­bau­ten der Woh­nung, die die Pfle­ge er­leich­tern und dem Pfle­ge­be­dürf­ti­gen mehr Selbst­stän­dig­keit er­mög­li­chen. Sie wer­den von den Pfle­ge­kas­sen be­zu­schusst. Den Zu­schuss für wohn­um­feld­ver­bes­sern­de Maß­nah­men er­hal­ten Sie, wenn

  • die häus­li­che Pfle­ge da­durch erst er­mög­licht wird oder
  • die häus­li­che Pfle­ge er­heb­lich er­leich­tert wird oder
  • die mög­lichst selbst­stän­di­ge Le­bens­füh­rung des Pfle­ge­be­dürf­ti­gen wie­der­her­ge­stellt wird und
  • der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge min­des­tens in den Pfle­ge­grad 1 ein­ge­stuft ist

Als eine Maß­nah­me gel­ten alle An­pas­sun­gen des Wohn­raums, die zum Zeit­punkt der Zu­schuss­ge­wäh­rung er­for­der­lich sind. Grund­la­ge da­für ist der zu die­sem Da­tum be­stehen­de Hil­fe­be­darf. Dies gilt auch dann, wenn die Ver­bes­se­rungs­maß­nah­men in Ein­zel­schrit­ten ver­wirk­licht wer­den. Hier­für ge­neh­mi­gen die Pfle­ge­kas­sen ei­nen Zu­schuss von bis zu 4.000 Euro. Än­dert sich die Pfle­ge­si­tua­ti­on, so­dass eine wei­te­re Maß­nah­me zur Wohn­um­feld­ver­bes­se­rung not­wen­dig wird, han­delt es sich um eine neue Maß­nah­me. Ein wei­te­rer Zu­schuss von bis zu 4.000 Euro kann be­wil­ligt wer­den. Der Zu­schuss gilt für alle Pfle­ge­gra­de 1–5.

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